Ausstellungen im Xylon Museum
Das Xylon Museum in Schwetzingen ist ein Haus mit Profil: freier Eintritt, ein wiederkehrender Schwerpunkt auf Druckgrafik – und eine eigene Werkstatt, in der Technik, Material und Prozess nicht nur gezeigt, sondern ausprobiert werden. Ein Ort also, an dem Ausstellungen etwas dürfen, was in größeren Häusern selten möglich ist: experimentell sein.
Für das Xylon Museum habe ich über mehrere Jahre Ausstellungen kuratiert, initiiert und begleitet – von etablierten Plakat- und Collagenpositionen bis zur Nachwuchsförderung. Ein Teil der Projekte entstand in Kooperation mit ARTTRD. Dazu kommt ein Projekt, das mit dem Haus nichts zu tun hat, aber zur selben Arbeitsweise gehört: ein Werkzyklus, den ich gemeinsam mit Philipp Erlach co-kreiert und in Berlin gezeigt habe.
„Super Collager – eine visuelle Collisions Anstalt“
Am 9. Dezember 2023 eröffnete im Xylon Museum die Ausstellung „Super Collager – eine visuelle Collisions Anstalt“, in Kooperation mit ARTTRD. Drei Positionen, ein Medium: Klaus Staeck, dessen politische Plakate seit Jahrzehnten Haltung markieren und der hier ein anderes Spektrum seines Schaffens zeigte; Götz Gramlich mit seiner unverwechselbaren Formensprache aus starker Farbe und dichter Grafik; und Max Hathaway mit Arbeiten, die Reflexion und gestalterische Freiheit verbinden.
Die gezeigten Arbeiten entstanden zwischen 2020 und 2022 – in den Covid-Jahren, einer Zeit der Einschränkung, die sich für alle drei als produktiv erwies: impulsiv, experimentell, verdichtet. Aus zusammengeführten visuellen Fragmenten entsteht ein neuer Sinnzusammenhang – ein „Kontext trouvé“. Die Ausstellung lief bis Ende Februar.
Nachwuchs: Studentinnen der Burg Giebichenstein
Ein Haus mit eigener Druckwerkstatt ist der richtige Ort für die nächste Generation. Mit Studentinnen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle habe ich eine Ausstellung ins Xylon Museum geholt, die junge Positionen aus der Druckgrafik und dem Grafikdesign zeigte – für die Künstlerinnen einer der ersten Museumsauftritte, für das Haus eine Verjüngung des Programms.
Ko-Kreation mit Philipp Erlach – gezeigt in Berlin
Nicht jede Ausstellung beginnt mit fertigen Werken. Gemeinsam mit Philipp Erlach ist ein Werkzyklus entstanden, den wir co-kreiert haben – das Werk selbst wuchs aus dem Dialog, nicht aus einer Auswahl. Kuratiert und mitorganisiert habe ich das Projekt ebenfalls; gezeigt wurde der Zyklus allerdings nicht in Schwetzingen, sondern in einem Berliner Luftschutzbunker – ein Raum, dessen Schwere und Enge den Arbeiten eine ganz eigene Spannung gegeben hat.
„Vater und Sohn“ – Hans Daniel und Frieder Sailer
Ebenfalls im Xylon Museum zu sehen: „Vater und Sohn“ mit Arbeiten von Hans Daniel Sailer und Frieder Sailer – aquarellierte Holzschnitte neben Skulpturen aus Bronze und Maulbronner Sandstein. Zwei künstlerische Handschriften, verbunden durch klassische Themen und eine Familiengeschichte; eine Konstellation, die genau zum Profil des Hauses passt.
Was dieses Projekt zeigt
Kuratieren heißt für mich: Positionen zusammenbringen, die sich gegenseitig etwas zu sagen haben – und dem Haus, in dem sie hängen, einen Anlass geben. Ob etablierte Namen wie Klaus Staeck, junge Positionen aus der Hochschule oder ein Werkzyklus, der erst im gemeinsamen Prozess entsteht: Es geht immer darum, Kunst dorthin zu bringen, wo sie gesehen wird, und ihr einen Rahmen zu geben, der trägt.
Mehr dazu: Projekte · Sammlungen & Nachlässe · Museum: xylon-schwetzingen.de · Kooperationspartner: arttrd.com