Die Matthias Maaß Collection – ein Künstlernachlass, der lebendig bleibt
Matthias Maaß (1958–2019) war eine Heidelberger Institution: ein origineller Zeichner und Maler, dessen feinfühlige Tusche- und Aquarellarbeiten Poesie und Abgründigkeit verbinden – und eine stadtbekannte Persönlichkeit. Die Matthias Maaß Collection entstand aus einer langjährigen privaten Freundschaft zwischen dem Künstler und meiner Familie – lange bevor daraus eine Aufgabe wurde.
Nach dem Tod des Künstlers 2019 stellte sich die Frage, die sich bei jedem Künstlernachlass stellt: Wie bewahrt man ein Lebenswerk – und hält es zugleich lebendig? Ich habe die Aufarbeitung des Nachlasses von Beginn an begleitet: von der Sichtung und Katalogisierung bis zur öffentlichen Sichtbarkeit.
Das Werkverzeichnis
Grundlage jeder seriösen Nachlassarbeit ist die Dokumentation: Gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Dr. Kristina Hoge (Galerie p13) wurden die Werke aus dem Bestand der Collection und weiteren Sammlungen begutachtet, fotografiert, zertifiziert und in das Matthias-Maaß-Werkverzeichnis aufgenommen. Erst diese Struktur macht einen Nachlass für Museen, Sammler und den Markt anschlussfähig.
Ausstellungen – von der Galerie bis ins Museum
Über die Jahre habe ich mehrere Ausstellungen begleitet: von der Gedenkausstellung in der Galerie p13 über die Vernissage im Xylon Museum bis zur großen Werkschau „Matthias Maaß – fragil · poetisch · abgründig“ im Museum Haus Cajeth 2025 – mit Poetry Slam und der Uraufführung der Komposition „Neue Bilder einer Ausstellung“ von Marco Hertenstein. Werke von Maaß sind heute auch in der Sammlung Prinzhorn am Universitätsklinikum Heidelberg zu sehen, zuletzt in der Ausstellung „Wer bin ich? Bilder der Identitätssuche“. Auf der art KARLSRUHE wurde die Collection einem breiten Messepublikum präsentiert.
Der Lyrikband „Les Très Belles Heures“
Ein besonderes Projekt: der bibliophile Band „Les Très Belles Heures“ mit dem Lyriker Rainer René Mueller – zwölf Gedichte im Dialog mit zwölf Werken von Matthias Maaß, alle Gedichte vom Autor eingelesen und per QR-Code abrufbar. Die Buchvorstellung im Haus Cajeth zog über 70 Gäste an, darunter Weggefährten aus Paris, Berlin und Straßburg.
Was dieses Projekt zeigt
Nachlassarbeit ist Langstreckenarbeit: Werkverzeichnis, Ausstellungen, Publikationen, Partnerschaften mit Institutionen wie dem Haus Cajeth und der Sammlung Prinzhorn. Genau diese Verbindung aus Dokumentation, Vermittlung und Marktverständnis biete ich Familien und Institutionen an, die vor einem künstlerischen Nachlass stehen.
Mehr dazu: Sammlungen & Nachlässe · Website der Sammlung: matthias-maass-collection.de